In Kooperation mit der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund und der Nordsee Akademie in Leck bieten wir im Mai ein dreitägiges Exkursionsseminar an:

„Vergangenheit verstehen: Föhr, Christiansen und die Frage nach Verantwortung“

29. bis 31. Mai 2026 in der Nordsee Akademie

Dieses Seminar widmet sich einem dunklen und lange verdrängten Kapitel der regionalen Geschichte Nordfrieslands. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Friedrich Christiansen – seiner Rolle als Wehrmachtsbefehlshaber in den besetzten Niederlanden und den von ihm zu verantwortenden Kriegsverbrechen, darunter die Verschleppung von über 600 Männern in die nordfriesischen Konzentrationslager Husum-Schwesing und Ladelund.

Wir beleuchten den problematischen Umgang mit Christiansen in der Nachkriegszeit, insbesondere auf der Insel Föhr. Dabei fragen wir, wie es möglich war, dass ein verurteilter Kriegsverbrecher in seiner Heimatgemeinde jahrzehntelang als „Held“ verehrt wurde, und zeigen die Mechanismen lokaler Erinnerungskultur und Verdrängung auf.

Ein ganzer Seminartag ist einer Exkursion nach Wyk auf Föhr gewidmet: Wir besuchen historische Orte, betrachten Formen lokaler Erinnerungskultur und nehmen aktuelle Debatten in den Blick. In der Nordsee Akademie werden diese Eindrücke anschließend in Gesprächen, Inputs und Reflexionsrunden in einen größeren historischen und gesellschaftlichen Kontext eingeordnet.

 

  • Zeitraum: 29.-31.05.2026
    Seminarstart am 29.05. um 17 Uhr, Seminarende am 31.05. um 13 Uhr
  • Ort: Nordsee Akademie Leck
  • Kosten: 150 € (im Einzelzimmer oder als Tagesgast inkl. Verpflegung und Exkursion)
  • Referent*innen: Charlotte Haugg & Philipp Cordts (Mitarbeitende der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesig)
  • Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an alle Menschen, die sich für regionale NS-Geschichte, Erinnerungskultur und Fragen nach Verantwortung interessieren – unabhängig von Vorkenntnissen.

Foto: Nordseeküste Nordfriesland | Markus Rohrbacher