Projekte

#Lichter-gegen-Dunkelheit

Am 27.1.2020 haben wir uns erstmalig an der bundesweiten Aktion #Lichter-gegen-Dunkelheit beteiligt. 75 Jahre nach Kriegsende und damit dem Ende der Schreckensherrschaft des NS-Regimes haben zahlreiche Gedenkstätten und Erinnerungsorte mit Licht auf damalige und heutige gesellschaftliche Dunkelheiten aufmerksam gemacht.

In Husum-Schwesing haben wir mit Unterstützung der 1./FlaRakGrp 26 der Bundeswehr in Husum das Mahnmal, das Stelenfeld, die Namenstafeln sowie weitere Orte der Gedenkstätte beleuchtet. Dazu haben wir ins Haus der Gegenwart eingeladen und einerseits einige Akteur*innen der Gedenkstätte vorgestellt, andererseits den interessierten Besucher*innen eine Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch angeboten.

2021 haben wir die Gedenkstätte in einem kleineren Rahmen und ohne Öffentlichkeit beleuchtet.

Mehr als Vergangenheit

Zusammen mit der ebenfalls in Nordfriesland gelegenen KZ-Gedenkstätte Ladelund verfolgen wir das Ziel einer historisch-politischen Bildungsarbeit, die einen Bezug zwischen Vergangenheit und Gegenwart herstellt. Dafür sollen im Rahmen des dreijährigen Bundesprojekts „Mehr als Vergangenheit“ Multiplikator*innen aus- und weitergebildet werden. Start des Projektes ist 2020. In enger Kooperation mit der Nordsee Akademie in Leck soll ein Programm entwickelt werden, in dem diese die Möglichkeit erhalten, Gedenkstättenarbeit innovativ zu denken und von einer breiten und theoretisch fundierten Basis aus historisch-politische und gegenwartsbezogene Bildungskonzepte für die Arbeit an Gedenkstätten zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf der Thematisierung und Einbeziehung aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen in der Bildungsarbeit liegen.

„Mehr als Vergangenheit“ ist ein Kooperationsprojekt der KZ-Gedenkstätten Ladelund und Husum-Schwesing sowie der Nordsee Akademie in Leck. Es wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Förderprogramms „Jugend erinnert“. Weitere Förderer sind der Beauftragte für politische Bildung des Landes Schleswig-Holstein und die Bürgerstiftung schleswig-holsteinische Gedenkstätten (BGSH).

Kulurakademie

Im Rahmen der Kulturakademie, einer deutsch-dänischen Lernplattform, wurde ein Themenheft „Menschenrechte und Lagerhaft“ entwickelt, das Lehrerinnen und Lehrer zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs der Gedenkstätte im Unterricht nutzen können.

09 Themenheft: Menschenrechte und Lagerhaft

Das Themenheft dient zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs des Frøslevlejrens Museum und der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing und eignet sich für die Klassenstufen 8-10. Das Heft enthält Material zur Beschäftigung mit den Themen Menschenrechte, nationalsozialistische Lager und Erinnerungskultur im Schulunterricht. Der Gegensatz von Menschenrechten einerseits, Entrechtung, Verschleppung und Lagerhaft andererseits bildet den roten Faden des Themenheftes. Die Schulklassen nähern sich den historischen Orten Frøslev und Husum-Schwesing anhand der persönlichen Geschichte eines Mannes, der nacheinander in beiden Lagern gefangen war. Die Menschenrechte werden so der Geschichte und Nachgeschichte der Deportation aus Dänemark nach Deutschland gegenübergestellt.

Lagerhaft

Die Lager in Frøslev und Husum-Schwesing wurden beide 1944 errichtet, allerdings unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Das Lager in Frøslev entstand nach langen Verhandlungen mit der deutschen Besatzungsmacht, um Deportationen dänischer Staatsbürger*innen in deutsche Konzentrationslager zu vermeiden. Ca. 12.000 dänische Gefangene durchliefen in der Periode von August 1944 bis Mai 1945 das Frøslev-Lager. Husum-Schwesing diente nur drei Monate, von September bis Dezember 1944, als Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme. Insgesamt waren in der Zeit 2.600 Gefangene dort untergebracht. Männer aus vielen europäischen, von den Deutschen besetzten Ländern wurden unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und mussten Zwangsarbeit leisten. Im Gegensatz zum Lager in Frøslev starben mehr als 300 Gefangene in Husum-Schwesing. Die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing wurde 1987 eröffnet und mehrmals erweitert. Frøslevlejrens Museum, das es bereits seit 1969 gibt, wurde 2001 eine nationale Gedenkstätte Dänemarks.

Themenheft 09 – Kulturakademie

Temahæfte 09 – Kulturakademi