Über Kulturakademie

Kulturakademie ist eine grenzüberschreitende Lernplattform für Schulen und Kindertagesstätten mit Unterrichtsangeboten- und Materialien zu Kultur und Sprache in der Region Sønderjylland-Schleswig. Der Fokus von Kulturakademie ist die Kooperation zwischen Schulen und Museen im deutsch-dänischen Grenzland. Im Rahmen von Kulturakademie entdecken Museen und Schulen gemeinsam das kulturelle Erbe der Region Sønderjylland-Schleswig. Ein deutsches und ein dänisches Museum erarbeiten eine gemeinsame Unterrichtseinheit, wonach deutsche und dänische Lehrer und deren Schulklassen die Einheiten erproben und gemeinsam mit Museumspädagogen weiterentwickeln. Durch die Kooperation wird Unterrichtsmaterial produziert, das die Schulklassen zur Vorbereitung von Museumbesuchen im eigenen oder Nachbarland nutzen können.
Kulturakademie ist ein Teilprojekt des Interreg-Projektes KursKultur.

 

09 Themenheft: Menschenrechte und Lagerhaft

Das Themenheft dient zur Vor- und Nachbereitung eines Besuchs des Frøslevlejrens Museum und der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing Frøslevlejrens Museum und der KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing und eignet sich für die Klassenstufen 8-10. Das Heft enthält Material zur Beschäftigung mit den Themen Menschenrechte, nationalsozialistische Lager und Erinnerungskultur im Schulunterricht. Der Gegensatz von Menschenrechten einerseits, Entrechtung, Verschleppung und Lagerhaft andererseits bildet den roten Faden des Themenheftes. Den historischen Orten Frøslev und Husum-Schwesing wird sich anhand der persönlichen Geschichte eines Mannes, der nacheinander in beiden Lagern gefangen war genähert. Die Menschenrechte werden so der Geschichte und Nachgeschichte der Deportation aus Dänemark nach Deutschland gegenübergestellt.

Unterrichtsverlauf

„Menschenrechte und Lagerhaft im Nationalsozialismus“ ist ein Unterrichtsverlauf für den Geschichtsunterricht. Die Schüler/innen sollen durch den gemeinsamen Unterrichtsverlauf und die Besuche der Museen historisches Basiswissen über die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing und Frøslevlejrens Museum erhalten und einen Eindruck bekommen, wie die Geschichte der beiden Orte zusammenhängt. Das Unterrichtsmaterial greift darüber hinaus die Themen „Entrechtung“ der Inhaftierten und „Menschenrechte” auf.

Lagerhaft

Die Lager in Frøslev und Husum-Schwesing wurden beide 1944 errichtet, allerdings unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen. Das Lager in Frøslev entstand nach langen Verhandlungen mit der deutschen Besatzungsmacht, um Deportationen dänischer Staatsbürger/innen in deutsche Konzentrationslager zu vermeiden. Ca. 12.000 dänische Gefangene durchliefen in der Periode von August 1944 bis Mai 1945 das Frøslev-Lager. Husum-Schwesing diente nur drei Monate, von September bis Dezember 1944, als Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme. Insgesamt waren in der Zeit 2.600 Gefangene dort untergebracht. Männer aus vielen europäischen, von den Deutschen besetzten Ländern wurden unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten und mussten Zwangsarbeit leisten. Im Gegensatz zum Lager in Frøslev starben mehr als 300 Gefangene in Husum-Schwesing. Die KZ-Gedenkstätte Husum-Schwesing wurde 1987 eröffnet und mehrmals erweitert. Frøslevlejrens Museum, das es bereits seit 1969 gibt, wurde 2001 eine nationale Gedenkstätte Dänemarks.

 

Region Sønderjylland-Schleswig: Regionskontor und Infocenter

Die Region wurde 1997 von deutschen und dänischen Partnern gegründet, um das gemeinsame Leben in der Region sowie deren Entwicklung zu fördern. Geografisch liegt die Region Sønderjylland-Schleswig im äußersten Norden Deutschlands und im äußersten Süden Dänemarks und stellt so das Tor zwischen Nord- und Zentraleuropa dar. Rund 700.000 Menschen leben hier – 450.000 auf der deutschen Seite und 250.000 auf der dänischen Seite.