Britischer Militärgerichtsprozess

Nach Kriegsende verfolgten Militärgerichte der Alliierten die NS-Verbrechen. In dem britischen Prozess „Neuengamme Camp Case No. 4“ wurden 1947 unter anderem die im Außenlager Husum-Schwesing begangenen Verbrechen verhandelt.
Aus Mangel an schriftlichen Beweisen stützten sich die Ermittlungen auf Zeugenaussagen ehemaliger Häftlinge, die oft mühsam aufgespürt werden mussten. Kurz vor Prozessbeginn flohen der Hauptangeklagte und ehemalige Lagerkommandant Hans Hermann Griem sowie der Kapo Martin Tenz aus der Internierungshaft.
Am Ende standen im Hauptprozess nur drei Personen vor Gericht: zwei SS-Männer und ein Kapo. Zwei Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen und einer wurde zum Tode verurteilt. Alle Angeklagten plädierten auf nicht schuldig. Sie lehnten jegliche Verantwortlichkeit ab und argumentierten, sie hätten stets auf Befehl gehandelt.