Ermittlungen gegen Hans Hermann Griem

Hans Hermann Griem, 1961 Staatsarchiv Hamburg, 213-12 0006/001 Dieses Foto verwendeten die Ermittler bei der Voruntersuchung gegen Griem, um es den Zeugen vorzulegen. Ein Foto aus der NS-Zeit konnte nicht gefunden werden. Dies erschwerte es den Zeugen, Griem zweifelsfrei zu identifizieren.

Hans Hermann Griem
(* 12. Mai 1902 in Spandau bei Berlin, † 25. Juni 1971 in Hamburg)
Der gelernte Mechaniker Hans Hermann Griem trat 1930 der NSDAP und 1933 der SS bei. 1940 gehörte er dem 12. SS-Totenkopfregiment an und stieg im KZ Neuengamme 1944 bis zum SS-Untersturmführer auf. Er war im Herbst 1944 Kommandant der Außenlager Husum-Schwesing und Ladelund. Nach Schließung der beiden Lager leitete Griem von Januar bis März 1945 das Außenlager Meppen-Dalum.
Bei den britischen Ermittlungen gaben Zeugen zu Protokoll, dass Griem als Kommandant in den Außenlagern Lebensmittel aus den Häftlingsrationen unterschlagen haben, häufig betrunken gewesen sein und aus reiner Willkür mehrere Häftlinge erschossen haben soll.

Der Lagerleiter Hans Hermann Griem konnte 1946 untertauchen. So entzog er sich sowohl einer Verurteilung durch ein britisches Militärgericht als auch einige Jahre später einer Anklage durch die Hamburger Staatsanwaltschaft.
1965 kam die Flensburger Staatsanwaltschaft Griem auf die Spur. Er lebte mittlerweile wieder unter seinem richtigen Namen in Hamburg-Bergedorf, ganz in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme.
Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelte daraufhin gegen Griem wegen verschiedener Tötungsdelikte in Außenlagern. Nach einem Vierteljahrhundert wurden Zeugen erneut befragt: ehemalige Häftlinge aus Deutschland, Dänemark, Frankreich und Polen sowie ehemalige Kapos. Am 25. Juni 1971 starb Hans Hermann Griem kurz vor Prozessbeginn und wurde darum nie verurteilt.

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