Einführung

Das Außenlagersystem

Die Ausbeutung der Arbeitskraft von Häftlingen erhielt im KZ-System ab 1942 eine immer größere Bedeutung. Auch die SS profitierte davon, dass Wirtschafts- und Rüstungsbetriebe die KZ-Häftlinge in ihrer Produktion als Zwangsarbeiter einsetzten. Bis 1945 entstanden in ganz Norddeutschland im näheren Umfeld von Produktionsstätten und Baustellen insgesamt 87 Außenlager des KZ Neuengamme, eines davon bei Husum, in der Gemeinde Schwesing. Der Einsatz der KZ-Häftlinge dort erfolgte im Auftrag des Gauleiters der NSDAP in seiner Funktion als Reichsverteidigungskommissar.

Die Häftlinge

Die Häftlinge in Husum-Schwesing kamen aus 
13 Nationen. Einige waren während der deutschen Besatzung in ihrem Land im Widerstand aktiv. Andere wurden verhaftet, weil sie versuchten, der Zwangsarbeit in Deutschland zu entkommen. Die größte Häftlingsgruppe kam aus den Niederlanden. Allein 588 Männer stammten aus dem Dorf Putten, aus dem die SS sie am 1. Oktober 1944 im Zuge einer „Vergeltungsaktion“ ins KZ Neuengamme verschleppte. Weitere größere Gruppen bildeten rund 400 russische Häftlinge und mehr als 300 Franzosen. Einzelne Häftlinge kamen aus Italien, der Tschechoslowakei oder Griechenland.

Juristische Verfolgung

Auch im 21. Jahrhundert stehen noch ehemalige NS-Täter vor Gericht. Durch die zeitliche Distanz zu ihren Taten kommt es allerdings zu nur noch wenigen Verurteilungen.
Dimension und Umfang der im Nationalsozialismus begangenen Verbrechen waren und sind ohne historischen Vergleich. Sie mit rechtsstaatlichen Mitteln zu ahnden, bedeutete für die Nachkriegsjustiz große Herausforderungen.
Sie reichten von der Definition der Straftatbestände über schleppende Ermittlungen der Täter bis zu der Frage, wie eine gerechte Bestrafung der Täter aussehen könnte und wie sich diese wieder in die Gesellschaft integrieren ließen.

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